Mit den Tags ‘Ausstellung’ versehene Einträge
- Eine Frage mit der sich die Hamburger freien Kunstorte und -initiativen schon bei ihrem ersten „WIR SIND WOANDERS„-Symposium im Herbst 2006 beschäftigten. Eingeladen waren verschiedene Experten, die sich unter anderem sehr sorgfältig mit dem Begriff „off“ auseinandergesetzt haben. Dokumentiert ist das Symposium im „Reader„. Tim Voss, heute Subvision-Kurator, war damals nicht unwesentlich – als Koordinator – beim Symposium beteiligt. Und man kann – und sollte davon ausgehen, dass die anderen Subvision-Organisatoren diesen Reader sorgfältig gelesen haben. Denn ohne falsche Bescheidenheit kann man sagen, dass der Reader, was die Zusammenstellung von Positionen zum Off-Begriff in einer Publikation angeht – momentan sicherlich einzigartig ist.
Bei aller Rücksicht auf die im Reader geäußerten recht unterschiedlichen Positionen, kann doch pauschal zusammengefasst werden: „Off“ lässt sich kaum eindeutig definieren. Unterstellend, dass der Reader bei Subvision bekannt ist, fragt man sich: Warum führt das „Kunst. Festival.“ „Off“ im Untertitel??? Auf welchen Off-Begriff berufen sich die Veranstalter?
Ich vermute mal: Es ist ihnen egal. „Off“ fungiert bei Subvision bloß als vermarktbares Abziehbild, als Hülle, die jeder Besucher beinahe beliebig füllen kann: Off ist dreckig unbekannt naiv trendy experimentell jung schräg unvorhersehbar neu subversiv trashig gefährlich unzugänglich clever spannend komplex unfertig bombastisch schön ungewohnt unkommerziell hässlich provokant trendy harmlos aufstrebend bezahlbar hermetisch ausbaufähig abgebrüht kaputt cool undurchschaubar offen erfrischend zäh anregend größenwahnsinnig konsequent unvollendet wild lahm…
… und so kann das praktisch endlos weitergehen.
Kategorien: Programm
Mit Tag(s) versehen: Ausstellung, Hamburg-Marketing, Konzept, Subvision
Von verschiedenen Personen aus dem Subvision-Organisatoren-Umfeld gab es Äußerungen zum Verhältnis der Form von Subvision (als sehr konventionell organisierte und durchgeführte Ausstellung) und dem Ausstellungsgegenstand „Offkunst“ (charakterisierbar als unabhängig, hierarchiearm, selbstorganisiert, oft politisch agierend etc.). Es sei spannend, zu beobachten, wie die Künstler(gruppen) auf die Subvision-Strukturen reagieren, es ergäben sich interessante Reibungsflächen zwischen Organisationsrahmen und Arbeits-Selbstverständnis der Off-Gruppen.
Ich vermute – oder unterstelle – dass Personen, die so denken und die Subvision von als Experimentierfeld sehen und auf das große Aufbegehren der Offkunst spekulieren, um ein bisschen Action und Knallefekte zu Gesicht zu bekommen, sich für subversiv halten. Sie hoffen – wenn meine Unterstellung zutrifft – mit Subvision ein Setting zur Verfügung zu haben, das die Offkunst reizt, gewohnt kritisch, kreativ und subversiv mit den gegebenen, den vor-gesetzten Subvision-Strukturen umzugehen. Nicht schwer auszumalen, dass genau dies – wie in einer Selffulfilling Prophecy – passieren kann. Die scheinbar subversive Leistung wäre also, die Offgruppen derart zu reizen, dass sie statt brav-inhärent ihre Ausstellungspflichten zu erfüllen, die Grenzen oder die gegebenen Strukturen des Projektes kreativ ausloten.
Subversiv ist diese Haltung jedoch keineswegs. Im Gegenteil, sie bestätigt und festigt die gegebenen – meinetwegen auch „herrschenden“ – Strukturen, stellt nichts wesentliches in Frage, bewegt sich innerhalb des Systems. – Etwa, wenn – wie zu erwarten ist – nachträglich das ungeheure Expertentum hervorgekehrt wird, mit dem es gelungen ist, die wirklich wahre Offkunst im kreativen Grenzübertritt gezeigt (vorgeführt!) zu haben.
Kategorien: Pläne
Mit Tag(s) versehen: Ausstellung, Konzept, Subvision
… hieß mein erster Schulranzen, „Scouts“ sind im Dienste der Subvision-Organisatoren auf der Suche nach Pfaden im Off-Dschungel – in der Hoffnung, Künstlerinitiativen, -gruppen usw. zu finden, die im Rahmen des Subvision-“Festivals“ im Sommer in der Hafencity aus-gestellt werden können/wollen (nebenbei: Dieses Konzept der Künstlergruppen-Ausstellung – also der Ausstellung von Menschen als Exponate – erinnert übel an die dunklen Kapitel von Hagenbeck. Als eine sehr spezielle Form von Neo-Kolonialismus könnte man den institutionellen Übergriff von Subvision auf die so genannte Off-Kunst auch bezeichnen). Bei der Betrachtung der Liste der Scouts, auf die ich kürzlich schon hinwies, fällt die hohe Zahl institutioneller Vertreter/innen auf. Das ganz originelle, wirkliche, neue, echte „Off“ wird man mit diesen Scouts vermutlich nur schwer finden. Das ganze Konstrukt aus Konzept, künstlerischer Leitung, Kuratoren, Scouts und Künstlergruppen scheint eher eine große Profilierungsmaschinerie zu sein.
Kategorien: Pläne
Mit Tag(s) versehen: Ausstellung, Hafencity, Künstler, Konzept, Scouts, Subvision
Die Subvision-Ausstellungsarchitektur soll aus Containern errichtet werden. „Naheliegend“, sei das – man könnte auch sagen banal -, wenn einem bei Projekten im Hamburger Hafen als allererstes Container einfallen.
Als spektakulär und eizigartig wird die Idee präsentiert, aus Containern eine temporäre Architektur für die geplante Ausstellung zu bauen. Wieso eigentlich einzigartig? Haben die Organisatoren sich mal persönlich in der Gegend umgesehen, in der das Off-Kunst-Festival stattfinden soll? Nur einen Steinwurf vom Subvision-Schauplatz entfernt steht seit ziemlich genau vier Jahren ein ebenso „einzigartiges“ Container-Architektur-Objekt, das Hamburg Cruise Center („Die architektonische Idee für das Hamburg Cruise Center ist einfach und einzigartig zugleich„, so eine Bildunterschrift auf den Webseiten der Hafencity-GmbH). Hier mal eine Bildauswahl zur Einzigartigkeit des Bauens mit Containern.
Wahnsinnig spektakulär kann das Kontainer-Konstrukt auch nicht werden, wenn – wie zu hören ist – nur eingeschossig gebaut werden darf.
Kategorien: Pläne
Mit Tag(s) versehen: Ausstellung, Ausstellungsarchitektur, Container, Hafencity, Subvision