
Subtwitter
„0 following, 4 followers.“
Wer verbockt eigentlich solch einen Mist? Ärgerlich, dass für sowas öffentliche Gelder ausgegeben werden.
Vom „Architekturtrailer“ – u. a. voller ungereimter Orthographien schweige ich gleich ganz.
subvision Architekturtrailer (Soundtrack Benjamin Brunn) from SUBVISIONbroadcast on Vimeo.
WENN ES NUR NICHT ALLES SO ZUM HEULEN WÄRE!!!
3 Antworten bis hierher ↓
Olaf Bargheer | subvision // 17. Juli, 2009 um 13:35 |
Alles mal ganz entspannt hintergrundbeleuchten: Wir wollen nicht permanent twittern. Wir brauchen auch keine Twitter-Follower und wollen niemandem Twitter-folgen. Ganz ehrlich: Twitter ist mit Sicherheit eines der überschätztesten Webtools der letzten Jahre (abgesehen vielleicht bei Anwenungen im Iran oder am New Yorker Hudson River, wenn gerade ein Flugzeug dort notwassert). Aber Twitter kann es ganz nett einsetzen, um auf der Startseite seines Blogs merkwürdige, fragmentarische Statements zu platzieren. Solcher Umgang mit Web-Kommunikation kostet übrigens bekanntermassen keinen Pfennig.
Und wer wissen möchte, wie man es bewerkstelligt, digital animierte Architekturtrailer und andere Filme für ein Kunstfestival anzufertigen, ohne einen Euro aus dem (für künstlerische Produktion und Einladung von 31 internationalen Künstlerinitiativen zugeschnittenen) Festival-Etat zu verbrauchen, der möge diese Frage offen und interessiert an uns richten. Kriegt man nämlich hin. Ganz ohne Kulturbehördengelder. Ist ganz spannend. Und sicherlich nicht zum Heulen.
Jörn // 17. Juli, 2009 um 21:39 |
Das ist’s ja, was mir das Ganze suspekt macht: Ein ausgeprägtes Wischiwaschi. Twittern ja, aber dann wieder doch nicht so richtig. Nebenbei noch sicherheitshalber ein Standbein beim Facebook. Mir zeigt es eher eine Haltung des irgendwie Dabeiseinwollens als – auch hier wieder – echtes Interesse an Inhalten, an konsistenten Konzepten.
Finanzargumente sind für mich hier höchstens Nebensache.
Olaf Bargheer | subvision // 17. Juli, 2009 um 23:50 |
Eine konsistente, scharf konturierte „Haltung“ der Kommunikation eines Hybrids wie subvision kann und darf es gar nicht geben (Hybrid im Sinne von: Festival vs. Kunstausstellung, konzentrierte Fragestellungen eines Fachpublikums in der Akademie vs. performatives Rahmenprogramm, das interessierte Festivalbesucher an ein Thema heranführt, das sie bislang nicht unbedingt umgetrieben hat, usw.).
Die Kommunikation für ein Vorhaben wie subvision (einige Monate und Wochen vor den wirklichen Inhalten und Fragestellungen des Festivals), stösst hier und da Türen auf, bietet Austausch an, platziert Begrifflichkeiten in einem weitgehend leeren Raum, ohne dass diese dort sofort festen Halt finden. Alles, um zu prüfen, wie darauf reagiert wird, wie standfest die Begriffe sind, von welchen Seiten sie befragt werden.
Dafür sind Blogs gut. Dafür ist auch dieser Austausch hier gut. Es ruckelt sich etwas zurecht. Immer noch ohne Konsens, ohne Balance, die dem Thema auch widersprechen würde. „The proof of the pudding is in the eating“: es wird in der Kommunikation vor dem Festival sicherlich nichts postuliert oder geklärt, was auf dem Festival selber erprobt und ausgelotet werden soll.
„Konsistente Konzepte“, die du forderst, Jörn, sind eine Sache für Reader, Kompendien oder Rezensionen, sie sind schlichtweg keine Messlatte für die News, Updates und Videos einer Facebook Gruppe.
Aber vielleicht störst du dich auch gar nicht so sehr an der nassforschen Nutzung dieser Plattformen für subvision, sondern am Hintergrundrauschen und der fehlenden analytischen Schärfe dieser Webkommunikationsplattformen an sich?
„Wischiwaschi“, das heisst hier: kleinere und grössere Steine in einen stillen See werfen und schauen, wie sie sich ausbreiten.