Mir war so, als hätte ich es irgendwann schon erwähnt. Ein „Off“-“Kunst“-“Festival“, das unter einer .com Domain firmiert? Hallooo? Immer noch?
Da zeigt sich dann, wieviel das wohl eher an Profilierung interessierte Subvision.Organisatorium mit „Off“ am Hut hat.
Liebe Subvisionsoffizielle, bitte ehrlich sein! „.com“ oder „Off“?
3 Antworten bis hierher ↓
Olaf Bargheer | subvision // 17. Juli, 2009 um 13:42 |
Die subvisionoffiziellen sagen: Es gibt beide Domains: „com“ und „de“. Und um ehrlich zu sein: an solchen Niggeligkeiten kann man sich aufreiben, aber gesellschaftliche Frontlinien laufen sicherlich woanders, nicht an der Bezeichnungsgrenze von Web-Domains.
Übrigens, diese Sache mit dem Off: Ich mag eigentlich die Sichtweise dieser Pressestimme: „Off wird dabei [in den Gesprächen beim subvision Festival] nicht als Label, sondern als Suchwort verstanden.“
Jörn // 17. Juli, 2009 um 21:22 |
Wozu aber bitte .com? Das offenbart meines Erachtens eine Menge über das gesamte Setting: Es geht um Oberflächen, um Form, um Format. Was ich auch in den hübsch gemachten, aber inhaltlich unpräzisen Trailern wiederfinde. Wenn es wirklich um die Kunst ginge, würde ich mehr Sorgfalt, Präzision, Interesse an der Sache erwarten.
Gesellschaftliche Frontlinien verlaufen in der Tat woanders. Die habe ich aber hier auch weder behauptet noch gesucht.
Die Sache mit dem Off: Es steht im Titel, steht also als relativ massive Behauptung über allem, wird als Label genutzt. Mit dieser Einstellung finde ich beim Suchen nur das, was ich zu finden erwarte.
Olaf Bargheer | subvision // 18. Juli, 2009 um 00:16 |
In der Tat lauert, egal, in welche Richtungen unsere Festivalplanungen gehen, überall die Erwartung, subvision wollte / sollte / müsste auf grosser, prominenter Plattform einen klärenden Abwasch beim Thema „Subkultur“ oder „Gentrification“ tätigen.
Wer aber die Projektbeschreibung wörtlich nimmt, ohne Unterstellungen, findet zu diesen ungemein komplexen (und die Kunst überfordernden) Themen keine Behauptung. subvision ist kein Katalysator für Fragen der Gentrification. Keine Polarisierung von „on“ oder „off“.
Diese Erwartung wird (seit anderthalb Jahren) eher von Außen an die künstlerische Leitung und an die eingeladenen Künstlerinitiativen herangetragen.
Dass der Begriff „off“ sehr offensiv im Titel verwendet wird, ist richtig. Dass es eine eindeutige Belegung und Verwendung dieses Begriffes – erst recht durch subvision – gar nicht geben kann, das lässt sich im Interview mit Brigitte Kölle und Tim Voss nachlesen. Und auch im Reader zum „Wir sind woanders“ Symposium.
Dass im Festivaltitel also eine (kaum standhafte) „massive Behauptung“ in den Raum gestellt wird, ist absolut richtig – und sollte nicht als Totschlagargument gegen das Festival verwendet werden: die Behauptung ist so offenkundig plakativ und gleichzeitig nebulös, dass nur der darin böses sieht, der eh böses unterstellen will.
subvision ist sicherlich ein selbstbewusstes Statement. Es ist aber auch gewollte Brüchigkeit und Duldung offenstehender Flanken.